Das Gold für Kaliningrad und Michèle Kiesewetters Tod

Als im Jahr 2007 zwei Polizisten auf der Theresienwiese in Heilbronn mit Schusswaffen angegriffen wurden fand sich eine absurde Personenkonstellation am Tatort: Zwei israelische Goldkuriere „deutscher“ Herkunft, eine junge Polizistin, ein junger Polizist, ein Agent der DIA und dutzende Zigeuner mit ihren Wohnwagen.

Geplant war eine Goldübergabe zwischen „Sperber“ und Rolf S., man wollte eine Giftfabrik in Kaliningrad im Namen der Israelis finanzieren. Die Zigeuner, die den Übergabeort abdecken sollten waren aufgeregt; die beiden Polizisten – sie vesperten am Rande des Platzes – hatten in der vorangegangenen Zeit Drogengeschäfte beobachtet, in die die Zigeuner involviert gewesen waren.

Aus Rache stieß man „Sperber“, einen alten routinierten Terroristen, an und machte ihm weis, die jungen Polizisten seien hinter ihnen her. „Sperber“ schnappte seinen schweren Revolver und brüllte den schmächtigen Rolf S. an, sofort mit ihm zu den Beamten zu gehen. Danach schoss man ihnen in den Kopf.

Rolf S. ergriff die Flucht. Seine Waffe warf er fort. „Sperber“, das Gold im Kofferraum, legte den Revolver auf den Beifahrersitz und rollte seelenruhig zur Autobahn. Aufgrund seines priesterlichen Aussehens kam niemand auf die Idee ihn zu kontrollieren. Stundenlang fuhr er Richtung Hof, über Würzburg.

Das bayerische Landeskriminalamt nahm seine Fährte beim Autobahnkreuz Nürnberg auf. Mario Huber war schon länger hinter dem Mann her; offenkundig versorgte er Banken illegal mit Wertgegenständen. Ich selbst hatte „Sperber“ in Berlin seit 2005 ausgekundschaftet, zunächst über meine (mir feindlich gesonnene) Schwiegermutter, ihm Kontakte zu korrupten Richterinnen und Schwerverbrechern nachgewiesen.

Was er wirklich machte konnte man damals nicht erkennen. Huber verständigte das Zollkriminalamt; seine eigenen Leute wollte er zu diesem Zeitpunkt nicht auffliegen lassen. Zwei weibliche Beamte in Zivil näherten sich „Sperbers“ Fahrzeug. Der zog seinen Revolver und die Damen entschieden, die Spur nicht weiter zu verfolgen.

In Leipzig traf „Sperber“ dann wieder Rolf S. und übergab das Gold. Der fuhr sofort über Berlin nach Kaliningrad und bestückte ein Unternehmen, das dort radioaktives Material in Düngemittel für Russland einbringen sollte. Die israelische Operation nahm ihren Lauf.

„Sperber“ erhielt schließlich einen Hinweis von einem unter Druck geratenen Doppelagenten, wo sich der DIA-Mann aus Heilbronn aufhielt. Er fuhr zu dessen Wohnort und erschoss ihn an der Tür mit einem Revolver. Der Goldtransport wurde später als „NATO-Operation“ dargestellt. Das gelang, weil Rolf S. einem nichtsahnenden westlichen Agenten eine „Mitfahrgelegenheit“ nach Berlin angeboten und ihn an diesem Tag mitgenommen hatte.

(Dokumente Arbeitskreis NSU)

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s