Der 4. November 2011: Interview mit Renate Rainer

Am 4. November 2011 brannte in der Frühlingsstraße in Zwickau ein Haus. Später behauptete man, der „NSU“ habe dort einen Unterschlupf gehabt. Zahlreiche Waffen wurden gefunden, darunter die angebliche Tatwaffe der Dönermorde. Im allgemeinen Chaos konnten die Behörden dutzende für die Politik peinliche Straftaten „entsorgen“ und der nationalen Bewegung propagandistisch schaden.

Ich spreche heute mit einer Frau, die damals am 4. November als Betroffene mit dabei war. Sie heißt Renate Rainer, und wir kennen uns seit unserer Jugend. Sie arbeitet für unsere Blogs als Analystin.

Mayr: Hi Renate, was war damals los am 4. November?

Renate: Ziemlich geheim! Das Haus, das damals abgebrannt ist war für Jahre unser Quartier, wenn wir in Franken oder Ostdeutschland Shows gemacht haben. 2011 sind wir mit unserem Fahrer Mario Forster oft unterwegs gewesen dort, auch in Tschechien und so weiter. Übernachtet haben wir in der Frühlingsstraße, übrigens so manches Mal mit deiner besonderen Freundin Meghan, die heute in London verheiratet ist.

Mayr: Renate, du als Showgirl?

Renate: Du hast ja schon öfter berichtet über diese Partys. Da sind Prominente, Politiker oder Polizisten aufgetaucht, auch Richter und Staatsanwälte und so weiter. Wenn du mich aufziehst, erzähle ich dir, wie der Generalbundesanwalt dich 2017 einen Schönling nannte, als wir ihm einen Nacktfilm von Dir gezeigt haben.

Mayr: Brr. Ihr wart also dort, als es gekracht hat?

Renate: Wie du weißt hat unser Fahrer Mario das Bayerische LKA verarscht. Sie hatten ihn aus Wut kurz vorher festgenommen, wir waren in der Frühlingsstraße in der Wohnung, Julia und ich. Plötzlich hieß es, Mario hat die Partys verpfiffen, wir müssen verschwinden. Da stand er vor der Tür, setzte uns ins Auto und das Haus ging in die Luft. Ein paar Freunde machten die Abdeckung. Dass alles voller Waffen war, wusste kein Mensch. Den Schmarrn haben irgendwelche Israelis, wie du sagst, später reingelegt.

Mayr: Du Renate, wie schaut’s bei dir mit einer OP aus?

Renate: Nur weil das Foto oben unvorteilhaft ist? Ruhig sein, du stehst auf mich seit du denken kannst. Gut, also am 4. November fuhren wir dann ins Blaue und quartierten uns woanders ein. Warten, warten. Als wir erfuhren, dass Mundlos und Böhnhardt (übrigens auch unsere Fahrer und Kollegen) tot waren, schlug Julia vor, wieder nach Österreich zurück zu gehen, ich zu den Kindern, sie zu ihrer Arbeit als Lehrerin.

Mayr: Einen NSU hat es in der Frühlingsstraße nicht gegeben?

Renate: Du Witzbold. Das war unser Unterschlupf, und ich habe, seit ich 16 bin, Erotikshows gemacht. Es wäre mir viel erspart geblieben, wenn ich hässlich geboren worden wäre. Oft wünsche ich mir das.

(Foto Andreas Dengg)

2 Gedanken zu “Der 4. November 2011: Interview mit Renate Rainer

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