Franz Fühmann ist tot

Der deutsche Dichter Franz Fühmann ist tot. Nach Angaben von Behörden der DDR bereits Mitte der 80er-Jahre am Krebs zugrunde gegangen, bin ich Fühmann noch im Frühjahr 2018 in der Eisenbahn bei Gera begegnet. Eindeutig an seiner Gestalt, seiner unerschütterlichen Gesundheit und seiner goldenen Uhr erkennbar hat er mir seine Fähigkeiten der Stimmen- und der Dialektimitation vorgeführt.

Er hat die Tradition der Deutschen Romantik geliebt und nur soweit ernst genommen, wie es notwendig war. Ab Anfang der 80er-Jahre war er ein Vorreiter der elektronischen Kommunikation über die Funkübertragung chemischer Impulse im Gehirn.

In Irrtümern bis zum Schluss befangen, leidenschaftlicher Blödsinnreder und doch magischer Philosoph war er für mich das große Vorbild in der deutschen Dichtung.

Nie vergesse ich sein Gedicht über den goldenen Acker aus dem Jahr 1944, das in der Zeitschrift „Das Reich“ erschienen ist. Als mir vor einigen Wochen sein Freund Willi Stoph begegnet ist dachte ich an ihn. Stoph, über 100 Jahre alt, wollte sterben, und er fasste neuen Lebensmut, ich weiß nicht nicht, warum.

Schlaf gut, Franz!

(Büste von Wieland Förster)

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