Anfang November 2011: Warten auf die NSU-OP

Die Wochen vor dem 4. November 2011 hatten wir wartend in der Frühlingsstraße im „Unterschlupf“ verbracht. Mario, unser Fahrer, war von der Polizei mehrfach erwischt worden, und man hatte uns zusammen mit ihm gesehen. Nachbarn versorgten uns mit Lebensmitteln, ein wenig „Panzerschokolade“ war noch im Schrank.

Die Kripo Amberg ermittelte bereits emsig gegen die Leute vom Bayerischen LKA, die unser Auffliegen abdecken wollten. Man meinte es gut mit uns. Sie hielten Mario ein wenig unter Druck, damit er uns in der Frühlingsstraße in Ruhe ließ. Ich nehme aber an, dass sich auch die Kripo Amberg Sorgen um uns machte und den Irrsinn beenden wollte.

Sigi ist für die Veröffentlichung von zwei Blättern aus den Akten über unseren Fall seit 2016 mit Gerichtsverfahren überzogen  und ruiniert worden. Es hieß, er hätte uns – die wir vorher in Tschechien die Israelis bei Anwerbeveranstaltungen unterwandert hatten – „verpfiffen“. Dabei hatte ihm nur Mario, unser Fahrer leid getan.

Klassische OP-Situation. Jeder professionelle Agent kennt das. Man zieht sich in eine Wohnung zurück, „macht dicht“ und wartet, bis man zur Chirurgie abgeholt wird. So war es damals Anfang November in der Frühlingsstraße. Julia „kaute“ noch ein wenig den Mario, damit er in seinem Quartier in Franken nicht die Nerven verliert, und Renate surfte im Netz Biobauernhöfen hinterher.

Es dauerte ewig, und nichts geschah. Ich nehme an, dass das „OP-Kommando“ der Israelis Angst vor Sigis Gequatsche danach hatte, und man ließ es. Schließlich hielt es Mario nicht mehr aus, und er zündete uns die Bude an. Ein paar Minuten vorher hauten wir ab, es war allzu klar, was passieren würde. Er wollte uns eigentlich „in die OP helfen“, der naive Kerl.

In Döbeln hatten die Israelis am Tag davor ein schwules Antifa-Pärchen, das nach Sigis Recherchen Uranlieferungen hinterher war, ermordet; das schuf zusätzlich Druck. Die beiden legte man dann in unser Wohnmobil und fackelte es ab, oder die Litauer haben sie im Wohnmobil erschossen. Unsere zwei Uwes sind sofort nach unserer Flucht (sie holten uns ab) Richtung Griechenland abgehauen und dort bald als angebliche Waffenhändler von der CIA erschossen worden.

Wir hatten kein Rendezvous mit Prof. Mang und mussten nach Österreich zurück, Renate, Julia und ich. Jahre der Verfolgung und der konspirativen, am Ende offenen Strafhaft begannen.

Iris Koznita

 

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