Julia kritisiert. Heute: Tempo Linsen

Nachdem es eben wieder nötig geworden ist, „peinliche“ Blogartikel zu löschen, gab es hier in Steinsdorf einen kurzen nächtlichen Disput sowohl über Tempo Linsen als auch über den Kern von „Romanticism“, also den schwulen englischen Kunst-Scheißkram der Spätromantik. Julia verehrt bis heute ihren schwulen Englischlehrer Richard Lechner, der die Ergüsse der Spätromantik nicht peinlich, sondern elitär fand und deren parodistische Dimension mir gegenüber ständig aggressiv verdrängte.

Dagegen hielt ich der eifersüchtigen Liebe, dass auch die komplexen Bedeutungselemente der DDR-Hausfrauenromantik Käse seien. Gestern hatte ich schon im Gespräch mit arabischen Freunden angekündigt, heute die Auswirkungen des Genusses von Tempo Linsen (complex human engineering) öffentlich besprechen zu wollen. Wir hatten darauf spekuliert, dass hier hormonelle Tendenzen vorlägen, die es der DDR-Hausfrau ermöglicht hätten, den Ehemann jeweils gewünscht bis zum richtigen Abspritztempo zu beeinflussen.

Dies ist nicht wahr; Tempo-Produkte sind brutale Potenzhemmer (es sind einfach hochwertige Linsen; nicht umsonst ist ihr Erfinder kürzlich verstorben, er hat den perversen DDR-Hausfrauen Mord- und Beeinträchtigungspläne suggeriert).

Julias Antwort: Es war mir bereits damals, als Sigi ins Gym ging, klar, dass das Gefasel der Männer Käse ist. Und es sind sehr wohl peinliche Artikel, die Sigi löscht; nach meiner bescheidenen Auffassung führen Tempo-Linsen einfach zu Verdauungsstörungen. Auch seine heute vorgetragene These dass Goethe schwul war finde ich peinlich.

Am liebsten würde ich mit diesem Koffer Schluss machen. Nur weil er das Backing dutzender großer Schriftsteller hat, kann sich der Betrunkene „als Schriftleiter“ seine dummen Scherze erlauben. Richard (Bild oben, mit John Carpenter) habe ich, wie viele andere Schwule auch, sehr gern gehabt. Dass er z.B. Mordpläne gegen mich oder Ansätze einer schlechten Kunstphilosophie ernst genommen hat, mag daran gelegen haben, dass er Sigis Steuermann Falco imponieren wollte.

In meinem Zorn telefonierte ich die letzte Zeit über heimlich mit Wien und bezeichnete den dummen Schriftleiter als Nazi und Komplexler. Vielleicht gelingt heute eine Versöhnung.

Julia

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s