Drei Gutachter und der Massenmord in Korea

Ich heiße Klaus und trink gern ein Bier. 1977 habe ich mit meinen zwei besten Freunden in Gera die Stasi beschissen, wir haben Geld von Juden genommen und falsche Gutachten erstellt für Dünger für Korea. Das Zeug hat man aus Ludwigshafen hergeschafft schon mit DDR-Etiketten und wir sollten die Unbedenklichkeit bescheinigen, obwohl wir wussten, dass es stark radioaktiv war.

Gregor Gysi hat eine jüdische „Dame“ mit Geld versorgt und die hat uns bezahlt. Ich seh heute noch aus wie ein alter Gymnasiallehrer, bisschen links. Den anderen ist es nicht so gut ergangen, einer ist Penner und hängt am Stasiunterlagenbehördengebäude herum, einer ist Alkoholiker und ärgert sich über seine Tarnung.

15 Millionen Menschen in Nord-Korea sind durch die Düngerlieferungen gestorben. Ich war Spitzel der Stasi und hätte es damals verpfeifen sollen. Die 40 000 D-Mark waren mir lieber. Der Penner am Gebäude war euer Spitzel, einer von der Gestapo, der Nazi hat ihn neulich getroffen, warum hat er nichts gesagt?

Diese Leute hatten den Auftrag, absolut das Maul zu halten. Besonders sympathisch bin ich nicht, darum haben wir 1985 einen Skandal um Kindesmissbrauch inszeniert und ich und die zwei sind von der Stasi operiert worden. Ich sag jetzt nichts mehr, ich will mich nicht belasten. Euer Nazispitzel soll Auskunft geben.

Aussage eines Zeitzeugen

(Foto BStU, Mitarbeit Renate Rainer. Vielen Dank für ihren Mut, sie ist im vierten Monat schwanger)

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